Natur und Umwelt
Veranstaltungen der NaturFreunde Baden-Württemberg

Bericht über die Artenschutzmaßnahme Flussseeschwalbe für 2011
Es wurden 13 Gelege mit 35 Eiern gezählt

Unsere seit 2000 an den Gewässern durchgeführte Maßnahme war auch heuer erfolgreich.
In Folge unseres Engagements sind in Stillgewässern der Region um Ulm und Neu-Ulm
herum weitere Brutplätze für die Rote Liste-Art Flussseeschwalbe entstanden (z.B.
Plessenteich).
Entsprechend einer Forderung des Fischereivereins wurde die Position der beiten Brutinseln
in der „Gronne“ gemeinsam festgelegt (80 m Abstand vom Ufer). Hierzu Aktenvermerk
SUB V-930/10-NZ/LP vom 19.4.2011.

Die Brutposition der 4 Schwimmbasen wurde am 5.5.11 mit je einer Base und am 10.5.11 mit
je einer weiteren Base in den Gewässern eingerichtet. Ein Teil der brutwilligen Vögel war
bereits seit längerem im Gebiet und vereinnahmte die mit Kies beschichteten Bruthilfen
umgehend. Der Verlauf des Brutgeschäftes verlief wohl ohne besondere Vorkommnisse. Die
mediterrane Weißkopfmöwe, ein potenteller Prädator, befliegt regelmäßig die Brutgewässer,
wird aber von der koloniebrütenden Flussseeschwalbe in Schach gehalten (seit der Fuchsattacke
im Jahr 2008 hat die Weißkopfmöwe hier nicht mehr gebrütet).
Am 3. Juni wurde an den Flößen die Zählung und Kontrolle der Gelege durchgeführt. Die
Belegung der Brutbasen war sehr gleichmäßig. Zeitgleich war bereits das erste Küken geschlüpft.
Nachfolgend das Ergebnis:
Gronne
1. Floß 3 Gelege 8 Eier
2. Floß 3 Gelege 10 Eier
Lichternsee
 1. Floß 3 Gelege 8 Eier
2. Floß 4 Gelege 9 Eier
Gesamt: 13 Gelege 35 Eier
Gronne und Lichternsee zusammen im
Durchschnitt je Gelege 2,7 Eier.

Oberschwaben eine Region der Moore und Seen
Wiedernässung des Pfrunger Ried ist größtes Moorprojekt des Landes Baden-Württemberg

Oberschwaben, eine Region der Moore und Seen, ist einst durch die eiszeitlichen Gletscher und den folgenden Schmelzwasserströmen geformt worden. Die lebhafte Topografie ist hinterlassener Ausdruck dieser Ereignisse. Das nur bedingt bewirtschaftbare Land bewahrte seine Urwüchsigkeit deshalb bis in die jüngere Zeit hinein. Mit Hilfe moderner Technik und Bodenkultur schließlich gelang es durch Entwässerung ,Teile des „unnützen“ Moores ur und nutzbar zu machen. Mit dem Teilverlust dessen Ursprünglichkeit ging auch die charakteristische Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen und Tieren zurück. Erst jetzt, in Zeiten agrarischer Überschüsse, besinnt man sich darauf, verstärkt Wiedergutmachung zu organisieren.
Wir Ulmer „NaturFreunde“, daran möchte ich erinnern, haben bereits in den Achtzigerjahren das Problem erkannt und uns in den Widerstand eingebracht. In dieser Zeit waren wir protestierend mit dem Oberlehrer Buschle bei einer Exkursion im Ummendorfer Ried bei Biberach unterwegs, welches dem lukrativen Kiesabbau geopfert werden sollte. Schließlich konnte dies verhindert werden. Die Zeitschrift „Kosmos“ nahm sich in einer erfolgreichen Kampagne der Rettung des Pfrunger Moores bei Wilhelmsdorf, Kreis Ravensburg, an. Auch da waren wir, der politischen Einsicht vorauseilend, am Widerstand beteiligt. Der Initiant dieser „Kosmos“-Bewegung war der dort forschende Forstmann Lothar Zier, Königseggwald. Es ging um die Zurückdrängung zerstörerischer Eingriffe und um die Erweiterung des bereits bestehenden Naturschutzgebietes. Zier war bei den Ulmer „NaturFreunden“, die einen öffentlichen Diavortrag dazu organisierten und nachfolgend mit einem vollbesetzten Reisebus unterwegs waren, um mit dem Forstmann eine unvergessene Exkursion durch den Pfrunger Moorkomplex durchzuführen.
In dieser Zeit, 1985, entstand die komplexe populärwissenschaftliche Abhandlung „Das Pfrunger Ried“, herausgegeben von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden- Württemberg. Im weiteren Verlauf entwickelte sich das Bemühen um die Wiederherstellung, Erweiterung, den Schutz und die Erlebbarkeit der Moorlandschaft zu einer Erfolgsgeschichte, welche bis heute anhält!
Der Geschichte zweiter Teil
 Im Juni des vergangenen Jahres lud das Regierungspräsidium Tübingen zu einer Naturschutz-Tagung ins inzwischen erneuerte Info- und Konferenzgebäude am Rande des Moores ein. Das beherrschende Thema war die „Wiedervernässung  von Mooren“ mit dem besonderen Blick auf das Pfrunger-Burgweiler Ried. Im Vorfeld des Tagungsgebäudes und eines kleinen Museumskomplexes sind beachtliche Findlinge aufgereiht, welche die Gletscher einst bis hierher verfrachteten. Die durch das Rheintal und Bodenseebecken transportierten Gesteine haben ihre Ursprünge zum Teil in der Silvretta und den schweizerischen Alpen. Die unmittelbare Umgebung besteht aus Verlandungsseen und einem urigen Moorwald. Der Bereich ist teils mittels Holzstegen begehbar gemacht und vermittelt ein großartiges Erlebnis. Als Betrachter, mit Fernglas ausgestattet, war es mir möglich, eine stattliche Europäische Sumpfschildkröte beim Sonnenbad auf Totholz zu beobachten. Anmerkung: Unsere Seniorengruppe hielt sich anlässlich ihres Ausfluges in diesem Bereich zu einer kleinen Wanderung auf. Die erwähnte Tagung vermittelte Erfreuliches: Das Federseeried wird in dessen nördlichen Bereich durch ein Grabenmanagement wieder angestaut und somit revitalisiert. Frühere Schädigungen des Moores werden dadurch zu Gunsten der Tier- und Pflanzenwelt kompensiert. Um die vor zehn Jahren begonnene großflächige Renaturierung des Pfrunger-Burgweiler Riedes weiter zu entwickeln hat der Baden-Württembergische Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bond (Grüne), jüngst einen Spendenbescheid über 2,9 Millionen Euro überbracht, wovon die Hälfte für eine weitere Wiedervernässung gedacht ist. Bis zu diesem Zeitpunkt, so wird mitgeteilt, sind bereits 550 Hektar wieder geflutet worden! Restmittel werden auch zum Ankauf weiterer Randflächen in einer Größe von 70 Hektar verwendet. Die bisher investierten Mittel stellen damit das größte Moorprojekt des Landes dar. Das so begünstigte Projekt stellt überdies das zweitgrößte süddeutsche Moor dar und beherbergt gleichzeitig den größten Bannwald des Landes. Abschließend erwanderten wir bei sachkundiger Leitung Teile der wiedervernässten Landschaft mit dessen Urwaldbeständen.
Beeindruckend! Der Lohn des Aufwandes ist wissenschaftlich kartiert. Viele bedrohte Pflanzen- und Tiergruppen sind wieder heimisch geworden wie z. B. auch Biber, Bekassine, Schwarzstorch, Kiebitz, Flussseeschwalbe u. a.
Die erfolgreiche und politisch angenommene Aufgabe der Rückgewinnung ursprünglicher Natürlichkeit zeigt, was bei entsprechendem Willen möglich ist. Vielleicht werden auch wir Ulmer NaturFreunde dorthin eine Moorexkursion wagen?

Bild: Abgetorfter Hochmoorschild in Regeneration mit Scheidigem Wollgras und Bergkiefer.
Bild: Europäische Sumpfschildkröte im im Pfrunger Ried.
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Naturschutzgebiet "Gronne"



Naturschutzgebiet "Gronne"
Text/Bilder: Gruppe ZAWiW Ulm


Die Gronne an der Donau, ein rund 40 Hektar großes Feuchtgebiet, ist seit 1973 auf Betreiben des Ulmer Umweltverbandes „Die Naturfreunde“ das einzige Naturschutzgebiet im Stadtkreis Ulm. Die so natürlich wirkenden Verlandungsseen wurden vor gut 100 Jahren als Ausgleichsweiher bei dem Bau des ersten Ulmer Wasserkraftwerkes gebaggert und sind heute bedeutende Refugien für bedrohte Pflanzen- und Tierarten, gemeinsam mit dem in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Landschaftsschutzgebiet „Lichternsee“, für das ebenso der Status Naturschutzgebiet angestrebt wird. Diese Donauregion ist auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes im Sinne der „Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH)“.
 
In den Gewässern finden sich Schwimmblattbestände der Gelben Teichrose (Nuphar luteum), landwärts große Röhrichtbestände mit anschließenden Busch- und Baumregionen, im Südwesten ausgedehnte Hochstaudenfluren und Nasswiesen. Letztere sind Äsusngsräume für Graugänse und Weißstorch.
 
In der Gronne gibt es heute mehr als 140 Vogelarten, darunter Rohr- und Buschsängerarten, Schwimm- und Tauchvögel, Reiher-arten und Tag-Greife, z. B. der Schwarze Milan und die Rohrweihe, aber auch den seltenen Eisvogel. Seit 2000 betreiben Mitglieder der Ulmer „Naturfreunde“ unter Leitung von Roland Maier und mit amtlicher Genehmigung erfolgreich das Artenschutzprojekt „Wiederansiedlung der Flussseeschwalbe (sterna hirundo) auf installierten Brutflößen“. In den Vogelbeobachtungen konnte man die Wiederansiedlung der Graugans verfolgen, leider aber auch das Verschwinden der Drosselrohrsänger und der Zwergrohrdommel.
 
Für die Schutzbemühungen gibt ein grosses Problem, das allgemeine Betretungsrecht, besonders die legitime Freizeitfischerei.  An den Ufern wird gegrillt und gezeltet, es gibt sogar Geocoaching. Die Trampelpfade zerstören die Pflanzen, der Lärm und die Unruhe stören die Tiere und verjagen sie aus ca. 60 % der Festlandufer. Leider konnte das Ulmer Liegenschaftsamt noch nicht alle bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen zukaufen.
 
Es ist den Ulmer Naturfreunden ein großes Anliegen und ständiges Bemühen, den Schutz zu verbessern und die zuständigen Behörden und die Ulmer Bürger auf die Schönheit und Bedeutung dieses wichtigen naturnahen Lebensraumes hinzuweisen.

Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid in Ulm

weiter hoch: Regierungspräsidium Tübingen schreibt den Luftreinhalteplan fort

Die Luft in den verkehrsreichen Straßen in Ulm ist nach wie vor mit Feinstaub
belastet. Mit neuen Maßnahmen soll nun die Luftqualität verbessert
werden. Zum 12. November 2012 legt das Regierungspräsidium die erste
Fortschreibung des Ulmer Luftreinhalteplans vor.
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