Natur und Umwelt
Veranstaltungen der NaturFreunde Baden-Württemberg

Atomkraft - Nein Danke

Wir NaturFreunde setzen uns schon seit über 60 Jahren gegen die Nutzung der Atomenergie ein.
Das Verfügen über Atomtechnologie bedeutet für uns potenziell auch immer die Verfügung über Atomwaffen. Deshalb sind die NaturFreunde schon aus friedenspolitischer Motivation gegen die Nutzung der Atomkraft. Dabei unterstützen wir die vielfältigen Widerstandsformen gegen die Energiekonzerne und die Nutzung der Atomenergie.
EURATOM ?
 Weil EURATOM ein undemokratisches und ungerechtes Vertragsfossil aus den 1950er Jahren ist, das einzig und allein der massiven Förderung "einer mächtigen Kern- Industrie" dient, fordern wir den Ausstieg Deutschlands aus der Atomgemeinschaft:
 EURATOM- Nein Danke!
Ziel dieser neuen Kampagne ist die Auflösung des EURATOM-Vertrags und die Schaffung einer europäischen Gemeinschaft zur Förderung der erneuerbaren Energien. Diese Gemeinschaft verhindert EURATOM, da sie einseitig die Atomindustrie privilegiert und hierfür jährlich Milliarden verschwendet werden.
Link :http://www.euratom-nein-danke.de


Wir NaturFreunde Ulm sind bei Regionalen und Landesweiten Aktionen vor Ort:

                                                                                                                                                                                    

2010 März
                       Demo in Neckarwestheim











2011 März
                       Menschenkette Stuttgart                











2011 April (Ostern)         Demo Günzburg












2011 Mai                         Demo Ulm







2013 März                      Demo Günzburg









Übrigens es gibt über 100 gute Gründe gegen Atomkraft ein Auszug:

#1 Abhängigkeit
Alles Uran muss importiert werden.
In ganz Europa fördern nur noch Bergwerke in Tschechien und Rumänien kleinere Mengen Uran. In Deutschland wird seit 1991 praktisch kein Uran mehr gefördert, in Frankreich seit 2001.
Atomstrom ist keine »heimische« Energiequelle. Sie macht vielmehr abhängig von Rohstoffimporten und von multinationalen Konzernen: Zwei Drittel der Welt-Uranproduktion liegen in der Hand von vier großen Bergbauunternehmen.

#2 Vertreibungen
Allein die Regierung Nigers hat im Jahr 2008 ausländischen Investoren für ein riesiges Gebiet im Norden des Landes 122 Konzessionen zum Abbau von Uranerz erteilt – über die Köpfe der hier lebenden Tuareg hinweg. Wie in vielen Uranabbaugebieten droht auch ihnen Enteignung und Vertreibung. So wie am 26. Januar 1996 im indischen Chatijkocha: Assistiert von Polizeieinheiten walzten die Bulldozer des Bergbauunternehmens dort ohne Vorwarnung Hütten, Scheunen und Äcker platt, um weiteren Platz für die Uranmine zu schaffen.

#3 Wasserverschwendung
Uranabbau raubt kostbares Trinkwasser.

Um das Uran aus dem Erz herauszulösen, sind große Mengen Wasser nötig. Doch in vielen Uranabbaugebieten ist Wasser Mangelware.
Der namibische Wasserversorger NamWater rechnete unlängst vor, dass bei Inbetriebnahme der geplanten Uranminen in Namibia jährlich 54 Millionen Kubikmeter Wasser fehlen werden – elfmal so viel, wie sich im gesamten Omaruru-Omdel-Delta gewinnen lassen. Der enorme Wasserbedarf der Minen und Uranerz-Aufbereitungsanlagen steht in Konkurrenz zum Wasserbedarf von Menschen, Vieh und Landwirtschaft.

#4 Radioaktive Schlammseen
Giftschlämme des Uranbergbaus gefährden Mensch und Umwelt.

Bei einem Urangehalt von 0,2 Prozent bleiben von jeder Tonne Uranerz 998 Kilo giftiger Schlamm zurück, der in Senken und künstlichen Seen landet. Diese sogenannten Tailings enthalten noch 85 Prozent der Radioaktivität des Erzes und viele Gifte wie zum Beispiel Arsen.
Radioaktive Stoffe aus den Tailings verseuchen Luft und Grundwasser über Jahrtausende, ein Dammbruch oder Erdrutsch hat katastrophale Folgen.
Aus dem Schlammlagerbecken der Atlas Mine in Moab (Utah/USA) sickern seit Jahrzehnten giftige und radioaktive Substanzen ins Grundwasser und von dort in den nahe gelegenen Colorado River, der 18 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt. In Kasachstan gefährdet der radioaktive Staub eines austrocknenden Tailings die 150.000-Einwohner-Stadt Aktau. Und die zahllosen Uranschlammdeponien in engen kirgisischen Bergtälern bergen nach Ansicht der Vereinten Nationen das »Potenzial für eine internationale Katastrophe«.

#5 Krebs aus der Mine
Uranbergbau verursacht Krebs.

Radioaktive und giftige Stoffe aus Urangruben und ihren Abfallhalden machen Arbeiter und Anwohner krank, die Krebsrate steigt.
Rund 10.000 ehemalige Arbeiter der Wismut-Urangruben in Ostdeutschland sind strahlenbedingt an Lungenkrebs erkrankt. Die Einwohner der kirgisischen Uranbergbaustadt Mailuu-Suu bekommen doppelt so häufig Krebs wie ihre Landsleute. Bei den zwischen 1955 und 1990 in der Uranmine in Grants (New Mexico/USA) Beschäftigten belegte eine Studie ebenfalls erhöhte Krebs- und Todesraten. Massive Gesundheitsprobleme wegen des Uranbergbaus sind auch bei den Navajos in New Mexico und in vielen anderen Uranbergbaugebieten nachgewiesen.

#6 Tote Erde
Der Uranabbau hinterlässt tote Erde.

Die allermeisten Uranerze enthalten nur 0,1 bis 1 Prozent Uran, manche sogar nur 0,01 Prozent. Für eine Tonne Natururan sind also zwischen 100 und 10.000 Tonnen Erz nötig. Sie müssen gefördert, verarbeitet und anschließend als giftiger Schlamm Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden.
Hinzu kommen Millionen Tonnen von Gestein, das zu wenig Uran enthält. Dieser Abraum, ein Vielfaches des geförderten Uranerzes, ist meist ebenfalls radioaktiv. USPräsident Nixon erklärte ehemalige Uranabbaugebiete wegen der großräumigen und andauernden Verseuchung 1972 zu nationalen Opferlandschaften, den ›National Sacrifice Areas‹.

#7 Teurer Dreck
Die Sanierung von Uranabbaugebieten verschlingt Milliarden – sofern sie überhaupt möglich ist.

Uranbergbau hinterlässt riesige Altlasten: ganze Seen voller giftiger radioaktiver Schlämme, ganze Berge strahlenden Schutts. Über Jahrtausende bedrohen sie Grundund Trinkwasservorkommen, vergiften die Luft, gefährden die Gesundheit. Die Bergbaukonzerne verdienen gutes Geld mit dem Uranabbau. Die Folgekosten für Schutz und Sanierungsmaßnahmen muss zum größten Teil die Allgemeinheit tragen.
Die Umlagerung einer einzigen Schlammdeponie einer einzigen Uranmine in den USA verschlingt über eine Milliarde Dollar Steuergelder. Und die Sanierung der Hinterlassenschaften des DDR-Uranbergbaus kostet den Bund 6,5 Milliarden Euro – obwohl sie, um Kosten zu sparen, nach den niedrigen Strahlenschutzstandards der DDR durchgeführt wird. Viele Länder, in denen Uran abgebaut wird, können sich solche Sanierungsausgaben gar nicht leisten.

#8 Uran-Lücke
Die Uran-Minen können den Verbrauch der Atomkraftwerke schon seit 20 Jahren nicht mehr decken.

Seit 1985 verbrauchen die Atomkraftwerke jedes Jahr deutlich mehr Uran, als die Uranminen aus dem Boden holen. So förderten alle Uranminen weltweit zusammen im Jahr 2006 noch nicht einmal zwei Drittel der benötigten Uranmenge. Den fehlenden Brennstoff bezogen die Atomkraftwerksbetreiber bisher aus zivilen und militärischen Lagerbeständen. Diese gehen jedoch zur Neige.
Um auch nur die Versorgung der derzeitigen Atomkraftwerke mit Brennstoff sicherzustellen, müsste die Uranfördermenge in den nächsten Jahren um mehr als 50 Prozent steigen. Dafür müssten unzählige neue Uranminen in Betrieb gehen – mit allen schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt.

#9 Begrenzte Vorräte
Die Uranvorräte gehen schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige.

Weltweit sind die reichhaltigen und gut zugänglichen Uran-Lagerstätten bald erschöpft. Immer mehr Gestein muss bewegt werden, um die gleiche Menge Uran zu gewinnen. Damit steigen die Kosten, die Umweltschäden nehmen zu.
Würde man dennoch alle bekannten Uranvorräte abbauen, könnte man die derzeit rund 440 Atomkraftwerke damit gerade einmal 45 bis 80 Jahre versorgen. Mit noch mehr Atomkraftwerken wäre das Uran schon binnen kürzester Zeit verbraucht.

#10 Urantransporte
Ein Unfall mit Uranhexafluorid kann katastrophale Auswirkungen haben.

Urananreicherungsanlagen verarbeiten Uran in Form von Uranhexafluorid (UF6). Eisenbahn-, Lkw- und Schiffstransporte mit dieser sehr giftigen und radioaktiven Substanz sind wöchentlich quer durch Europa unterwegs, auch mitten durch Großstädte und Ballungsräume.
Bei einem Unfall oder Brand können die Behälter platzen, der strahlende Inhalt die Umgebung kontaminieren. Das Uranhexafluorid reagiert dann mit der Luftfeuchtigkeit zu hochgiftiger und extrem ätzender Flusssäure: eine tödliche Gefahr für Mensch und Umwelt im Umkreis von mehreren Kilometern.

#46 Atommüllkippe Asse II
Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab.

126.000 Fässer Atommüll entsorgten Atomindustrie und Atomforscher zwischen 1967 und 1978 nahezu kostenlos im »Versuchsendlager« Asse II. Das ehemalige Salzbergwerk sei jahrtausendelang sicher, beteuerten Experten, ein Wassereinbruch ausgeschlossen.
20 Jahre später fließen täglich 12.000 Liter Wasser in die Stollen. Inzwischen sind die ersten Fässer undicht, die Grube einsturzgefährdet.
Die Sanierungskosten – die Rede ist von 2,5 Milliarden Euro – müssen nicht etwa die Verursacher, sondern die Steuerzahler tragen. Dafür änderten CDU und SPD im Jahr 2009 eigens das Atomgesetz.
Asse II galt offiziell als »Pilotprojekt« für das geplante große Endlager im Salzstock Gorleben.

#79 Konzernmacht
Atomkraft zementiert die zentrale Struktur der Energieversorgung und die Macht der Stromkonzerne.

Vier große Stromkonzerne beherrschen den Strommarkt in Deutschland. Ihnen gehören die Stromnetze, sie betreiben die Kraftwerke, sie bestimmen die Strompreise und in einem unglaublichen Maß sogar die Energiepolitik. Atomkraft stärkt die Konzernmacht. Dezentrale, hocheffiziente und umweltfreundliche Kraftwerke in Bürgerhand oder in kommunaler Regie entmachten die Konzerne. Deswegen versuchen die Atomkraftwerksbetreiber, solche Anlagen um jeden Preis zu verhindern

#100 Energiewende
Atomkraft blockiert die Energiewende.

Atomkraft torpediert alle Anstrengungen zum Umbau unserer Energieversorgung. Atomkraft bindet Kapital, blockiert Stromleitungen, verhindert den dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien. Vor allem aber sichert sie Milliardengewinne und Einfluss für ebenjene Konzerne, die die Erneuerbaren Energien und das Energiesparen seit Jahrzehnten nach Kräften behindern.

#67 Überkapazitäten
Atomkraftwerke sind überflüssig.

Selbst 2007, als zeitweise sieben von 17 Atomkraftwerken stillstanden, hat Deutschland noch jede Menge Strom exportiert. Umweltbundesamt und Bundeswirtschaftsministerium haben unabhängig voneinander bestätigt: Es gibt keine Strom-Lücke, das Licht geht trotz Atomausstieg nicht aus. Abgeschaltete Atomkraftwerke können durch Erneuerbare Energien, Stromsparen und Kraft-Wärme-Kopplung ersetzt werden.

#48 St. Florian
Niemand will den Atommüll haben.

Die rot-grüne Bundesregierung vereinbarte im Juni 2000 mit den vier großen Stromkonzernen, die abgebrannten Brennelemente vorerst bei den Atomkraftwerken zwischenzulagern. Das brachte nicht wenige Atom-Fans und atomfreundliche Lokalpolitiker zwischen Brunsbüttel und Ohu in schwere Argumentationsnöte. Der Atommüll dürfe keinesfalls in ihrer Nachbarschaft gelagert werden, forderten sie. Nur der Reaktor (der Geld in die Gemeindekassen spült), der müsse unbedingt weiterlaufen …

#17 Heiße Flüsse
Das warme Abwasser aus Atomkraftwerken raubt den Fischen den Sauerstoff.

Atomkraftwerke sind Energieverschwender – mit ihrem bis zu 33 Grad warmen Abwasser heizen sie vor allem die Flüsse auf. Das raubt den Fischen gleich doppelt den Atem.
Erstens führt warmes Flusswasser weniger Sauerstoff mit sich als kühles. Und zweitens sterben in warmem Wasser mehr Pflanzen und Kleintiere ab, deren Biomasse beim Verrotten weiteren Sauerstoff verbraucht. Der fehlt dann den Fischen.

#27 Einstürzende Neubauten

Selbst neue Reaktortypen sind nicht sicher.

Auch bei dem angeblich so hochmodernen Europäischen Druckwasserreaktor (EPR), an dem der französische Atomkonzern AREVA derzeit in Finnland und Frankreich baut, sind schwere Unfälle bis hin zur Kernschmelze möglich. Große Mengen radioaktiver Stoffe könnten in die Umgebung gelangen. Die finnische Atomaufsicht bemängelte schon vor Jahren, dass der EPR nicht den heutigen Sicherheitsanforderungen entspreche.
Noch nicht einmal gegen einen simplen Flugzeugabsturz ist der angeblich supersichere neue Reaktor geschützt. Anstatt dessen Bau zu stoppen, stempelte die französische Regierung die brisante Expertise lieber zur militärischen Verschlusssache.

#66 Versorgungssicherheit
Atomkraftwerke liefern keineswegs zuverlässig Strom.

Strom aus Atom – das heißt schnell mal: Licht aus. Weil zum Beispiel im Atomkraftwerk Biblis A mehrere Tausend Dübel ausgetauscht werden müssen. Über ein Jahr produzierte der Reaktor deswegen keine einzige Kilowattstunde Strom. So wie Biblis B. Und wie das Atomkraftwerk Krümmel. Das ist schon zwei Jahre offline. Genauso wie das Atomkraftwerk Brunsbüttel …
2007 standen zeitweise sieben von 17 Reaktoren reparaturbedingt still. Und im Sommer sind Atomkraftwerke auch nicht zu gebrauchen: Da müssen sie wegen zu warmer Flüsse regelmäßig ihre Leistung drosseln.

#42 Atommüllberge
Atomkraft erzeugt jede Menge Atommüll.

Rund 12.500 Tonnen hochradioaktive abgebrannte Brennelemente sind in den deutschen Atomkraftwerken bisher angefallen. Jedes Jahr kommen rund 500 Tonnen hinzu. Plus Tausende Kubikmeter schwach- und mittelaktiven Mülls. Plus alles, was in Luft und Wasser landet. Plus die Abfälle aus der Wiederaufarbeitung. Plus die Abfallhalden des Uranbergbaus. Plus das abgereicherte Uran aus der Anreicherungsanlage. Plus die Atomanlagen selbst, denn auch die müssen irgendwann »entsorgt« werden.

#24 Steinzeittechnik
30 Jahre alte Technik ist nur eins: reif für den Schrott!

Der Baubeginn der noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke lag zwischen 1970 und 1982.
Kein vernünftiger Mensch würde je behaupten, ein Auto wie der VW-411 von 1970 sei heute noch »sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand« – selbst wenn er in der Zwischenzeit die Stoßdämpfer erneuert, die Bremsen gewechselt und Anschnallgurte nachgerüstet hätte. Und jeder, der ankündigte, seinen Commodore-C64-Heimcomputer (Bj. 1982-93) auf heutige Standards nachrüsten zu wollen, würde lauthals ausgelacht.
Nur bei Atomkraftwerken ist all das nach Ansicht ihrer Betreiber kein Problem …

#95 Nicht kompatibel
Atomkraft und Erneuerbare Energien vertragen sich nicht.

Jüngst haben die Stromkonzerne E.ON und Électricité de France (EdF) der britischen Regierung gedroht: Sie würden nicht in neue Atomkraftwerke investieren, wenn London die Erneuerbaren Energien fördere. Denn teure Atomkraftwerke rechnen sich nur, wenn sie rund um die Uhr ihren Strom absetzen können.
Zur Kombination mit Erneuerbaren Energien eignen sich nur Kraftwerke, die sich schnell und leicht regeln lassen. Denn sie sollen den umweltfreundlichen Strom aus Sonne, Wind und Wasser ja nur ergänzen. Atomkraftwerke aber sind, technisch bedingt, extrem unflexibel.
Atomkraft und Erneuerbare Energien sind daher niemals ein Team, sondern immer Gegenspieler: Wer Atomkraftwerke baut, behindert den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Oder eben umgekehrt, siehe oben.

#75 Forschungsbremse

Atom-Ruinen verschlingen Forschungsmilliarden.

Forschungs- und Unterrichtsreaktoren, Versuchs- und Demonstrationskraftwerke, Schnelle Brüter, ›heißen Zellen‹, Pilotwiederaufarbeitungsanlage – viele Milliarden Euro steckte allein der Bund seit den 1950er Jahren in Atomforschung und -technik. Längst stillgelegt, verschlingen die strahlenden Ruinen noch immer dicke Batzen des Forschungsetats.
An die drei Milliarden Euro musste das Bundesforschungsministerium bereits für Rückbau, Dekontamination und Entsorgung berappen, noch einmal so viel wird in den nächsten Jahren fällig – Geld, das uns für Wissenschaft und Forschung fehlt.

#73 Steuerfreier Brennstoff

Uranverbrauch ist steuerfrei.

Als einziger Brennstoff wird Uran bisher nicht besteuert: ein Geschenk an die Atomkonzerne im Wert von 1,6 Milliarden Euro jährlich. Auch für die Treibhausgas-Emissionen, die bei der Herstellung des Atom-Brennstoffs anfallen, müssen die Atomkonzerne keine CO2-Zertifikate kaufen.

#31 Unwetter
Schon ein Gewitter kann das Aus bedeuten.

Ein Stromausfall im Atomkraftwerk, der sogenannte Notstromfall, gehört zu den gefährlichsten Situationen in einem Reaktor. Ohne intakte Notstromversorgung fällt dann die Kühlung aus, es droht die Kernschmelze. Als Auslöser genügt oft schon ein simples Unwetter. Achtmal zwischen 1977 und 2004 führten Blitz oder Sturm in einem westdeutschen Atomkraftwerk zum Ausfall wichtiger Instrumente, zum gefürchteten Notstromfall oder gar, wie am 13. Januar 1977 im Atomkraftwerk Gundremmingen A, zum Totalschaden. Gefahren drohen auch durch Überschwemmungen: Im französischen Atomkraftwerk Blayais an der Atlantikküste fallen deswegen regelmäßig Teile der Kühlsysteme aus.

#91 Angriffsziel
Atomkraftwerke sind Angriffsziele.

Um Millionen Menschen zu verletzen und zu töten und ganze Regionen unbewohnbar zu machen, braucht es keine eigene Atombombe. Der Angriff auf ein Atomkraftwerk genügt.
Bei einem streng geheimen Flugsimulator-Experiment im Auftrag der Bundesregierung gelang es den Probanden bei jedem zweiten Versuch, einen Jumbo auf einen Atomreaktor zu lenken.

#19 Selbstschutz
Die Chefs der Atomstrom-Konzerne halten privat viel Abstand zu ihren Atomkraftwerken.

Beruflich streiten die Vorstandsvorsitzenden von EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall vehement für Atomkraft. Privat halten Hans-Peter Villis, Wulf Bernotat, Jürgen Großmann und Tuomo Hatakka lieber Abstand: Alle vier haben ihren Wohnsitz weitab von ihren Atomkraftwerken gewählt.

#76 Profitverlängerung
Von längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Konzerne.

Die deutschen Atomkraftwerke sind alle längst abgeschrieben. Damit lässt sich derzeit, zumal ohne Haftpflichtversicherung, ohne Brennstoffsteuer und mit weiterhin steuerfreien Rückstellungen, billig Strom erzeugen. Nur: Wir Verbraucher merken davon nichts.
Denn der Strompreis entsteht an der Strombörse und richtet sich nach dem Preis für die Spitzenlast. Die können Atomkraftwerke nie erzeugen, weil sie viel zu unflexibel sind. Die Folge: Profit mit dem Atomstrom aus ihren alten Kraftwerken machen einzig und allein die Stromkonzerne – je länger die Atomkraftwerke laufen, desto mehr. Von 2002 bis 2007 haben EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall ihren Gewinn verdreifacht.
Sind irgendwo die Strompreise gesunken?

#45 1.000.000 Jahre
Atommüll ist eine Million Jahre lang eine strahlende Gefahr.

Bis die Strahlung der radioaktiven Abfallstoffe aus den Atomkraftwerken einigermaßen abgeklungen ist, dauert es ungefähr eine Million Jahre. So lange muss der Atommüll von Mensch und Biosphäre ferngehalten werden.
Hätten die Neandertaler kurz vor ihrem Aussterben vor 30.000 Jahren Atomkraftwerke betrieben und ihren Atommüll irgendwo vergraben, so würde er heute noch tödlich strahlen – und wir müssten wissen, wo wir unter keinen Umständen graben dürften.

#92 Uran-Munition
Aus Abfällen der Urananreicherung wird radioaktive Munition.

Viele Armeen, unter anderem die der USA, setzen Munition aus abgereichertem Uran ein. Beim Aufprall zerstäubt es, explodiert und kontaminiert die Gegend. Radioaktive Partikel verursachen schwere Gesundheitsschäden bei Soldaten und Zivilisten.
Die Militärs verweisen auf die hohe Durchschlagskraft des extrem dichten Materials. Die Atomindustrie profitiert von einer kostengünstigen »Entsorgung« ihrer strahlenden Abfälle.

#36 Schlimmer als Tschernobyl
Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Atomkraftwerke in Deutschland haben kein Grafit im Reaktorkern, das Feuer fangen könnte wie in Tschernobyl. Daher würde die radioaktive Wolke nach einer Explosion nicht in so hohe Luftschichten getragen. Dafür stiege die radioaktive Belastung im Umkreis von einigen Hundert Kilometern massiv an. Deutschland ist siebenmal dichter besiedelt als die Region um Tschernobyl, das Rhein-Main-Gebiet etwa 30-mal so dicht. Es würden also deutlich mehr Menschen mit noch höheren Strahlendosen belastet.

                                                                                                  


Wir NaturFreunde Ulm sind Bündnispartner bei     atomausstieg-jetzt-ulm.de
Wir NaturFreunde sind  Kampagnen-Partner bei    100-gute-gruende.de

AKW Gundremmingen Bilanz 2013
Risiken nicht gelöst - Atommülldesaster wächst                     

Medienerklärung 3. januar 2014

Das AKW Gundremmingen hat im Jahr 2013 rund 20,5 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Der Stromexportüberschuss Deutschlands lag im selben Jahr mit einem Allzeitrekord bei über 30 Milliarden Kilowattstunden. Die desaströse Gundremminger Kehrseite ist die Erzeugung von etwa 45.000 Kilo hochradioaktiven Atommülls im Jahr 2013. Kein Kilo wurde entsorgt. Alles nur gefährlich oberirdisch zwischengelagert. Bei der notwendigen Sicherung des Zwischenlagers durch neue Atommauern wurden keine Fortschritte erzielt.

Im schwäbischen Gundremmingen zwischen Augsburg und Ulm läuft Deutschlands größtes und gefährlichstes Atomkraftwerk. Einzigartig in Deutschland, dass hier gleich zwei Reaktoren an einem Standort in Betrieb sind. Und einzigartig in Deutschland, dass sie vom alten Typ Siedewasserreaktor sind.

Diese beiden Reaktoren haben im Jahr 2013 rund 45.000 Kilogramm hochradioaktiven Atommüll erzeugt. Nicht die Masse ist das Problem sondern die tödliche Strahlung, die von diesem Müll ausgeht. Weniger als ein Tausendstel Gramm würden reichen, um einen Menschen zu töten.

Obwohl seit 1966 in Gundremmingen Atomstrom und somit auch Atommüll erzeugt wird, wurde noch kein Kilo entsorgt. Einiges wird in Ahaus, Gorleben, Lubmin und Sellafield zwischengelagert. Nahezu die Hälfte allen je in Gundremmingen erzeugten Atommülls lagert noch in Gundremmingen.

Im Jahr 2013 konnten aus den Abklingbecken keine verbrauchten Spaltelemente in Castoren umgepackt werden. Die Internationale Atomenergie Organisation IAEA hat die Bauweise der bisher verwendeten Castoren V/52 bemängelt. Jetzt gibt es keine zugelassenen Castoren mehr. Zulassung und Bau neuer Castoren haben sich verzögert.

So sind die gefährlichen zwei Abklingbecken in Gundremmingen sehr voll. Eigentlich haben sie bei Kompaktlagerung Platz für 3.219 Spaltelemente. Aber 784 Plätze müssen als Reserve für eine eventuelle Notentladung der Reaktoren frei gehalten werden. Von jeweils 2423 nutzbaren Plätzen sind jetzt 2086 bzw. 2176 Plätze belegt. Eigentlich sollen verbrauchte Spaltelemente nur etwa fünf Jahre im Abklingbecken bleiben. In Gundremmingen sind jedoch schon Spaltelemente länger als 15 Jahre in den Abklingbecken.

Und diese Gundremminger Abklingbecken liegen zwar im Reaktorgebäude aber nicht innerhalb des Sicherheitsbehälters. Bei allen anderen noch in Deutschland laufenden AKW werden die Abklingbecken durch die Sicherheitsbehälter („Containment“) der AKW zusätzlich geschützt.

Im Zwischenlager stehen 41 Castoren. Nach nicht öffentlich diskutierten Bedrohungsanalysen des Bundesinnenministeriums müssen heute Anschläge mit Tatmitteln einkalkuliert werden, denen die Castoren in den Zwischenlagern nicht standhalten. Aber man hat auch im Jahr 2013 keine bessere Sicherungstechnik gefunden.



Quelle: FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
                und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
               Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm

              www.atommuell-lager.de
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NaturFreundehaus "Spatzennest" - "Atomwaffenfreie Zone"

Unser NaturFreundehaus „Spatzennest“  ist seit 1983  „Atomfreie Zone".     

Polen plant Atomschweinerei: Vattenfall ist mit dabei

NaturFreunde Deutschlands rufen Kunden zur Kündigung auf
Berlin, 4. Januar 2013 – Nach der Absichtserklärung vierer Energiekonzerne, in Polen das erste Atomkraftwerk zu errichten, fordern die NaturFreunde Deutschlands Stromkundinnen und -kunden von Vattenfall auf, ihre Verträge zu kündigen und auf Ökostrom umzusteigen. Hintergrund: Der ...  

Krieg um Uran ? Mali,Niger und der Uranabbau für Atomkraftwerke

Ein interessanter lesenswerter Beitrag:
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